sorrento


SORRENT


Sorrent wurde von den Phöniziern gegründet, in der Folge griechisch-oskisch geführt und gehörte dann zum Römischen Reich bis zu dessen Untergang. Im späten Mittelalter wurde es zur Republik (und gehörte zu den wichtigsten Städten des südlichen Mittelmeerraums), unterstand später dem Fürstentum Neapel, von dem es im 12. Jahrhundert unabhängig wurde.
Der historische Prozess bis zur Errichtung des Fürstentum Sorrent erklärt die Manifestation anderer Kulturbestandteile in dieser Stadt, insbesondere durch die Einflüsse der byzantinischen (Neapel, Gaeta, Amalfi und Sorrent) und langobardischen (Benevento, Salerno und Capua) Herrschaft in Süditalien. Das Fürstentum Sorrent, das die Halbinsel vom Sarno bis zur Campanella umfasste, verdankte seinen relativ großen Einfluss insbesondere der Ansiedlung der Schiffbau- und -ausstattungsindustrie sowie dem Seehandel und dem Anbau von Obst und Wein. Die herrschende sorrentinische Klasse gehörte dem Adel an, der seine Einkünfte aus Landbesitz bezog; der Seehandel blieb kleineren lokalen Händlern überlassen. Deshalb wurde Sorrent nie zu einer führenden Seemacht.
Auch die Entstehung des Erzbistums erfolgte aller Wahrscheinlichkeit nach erst, nachdem das Fürstentum etabliert war. Letzteres unterstand eine Zeit lang dem langobardischen Fürst von Salerno (1039). Seine Unabhängigkeit erreichte Sorrent (1052) mit Hilfe der Normannen wieder, stellte sich unter ihren Schutz und verfolgte politisch die Tendenzen des Fürsten von Capua. So wurde Sorrent von diesem in den Krieg gegen den zweiten Normannenfürst Ruggero Il d'Altavilla (1133 oder 1134) geführt.
In der Folge wurde Sorrent, das vor der Eroberung eine eigene Regierung hatte, eine autonome Stellung zugesprochen. So kam es, dass die Stadt keinem Adeligen als Lehen gegeben wurde, im Austausch dazu jedoch auf die vollständige politische Unabhängigkeit verzichten musste. Die aristokratischen Privilegien und die Führung der Casali (Massa, Piano und Vico) blieb jedoch aufrecht.
Anfang des 14. Jahrhunderts (vielleicht 1319) kam es in der Stadt zu einer Blutfehde, die zur Spaltung des älteren Adels in zwei verfassungsgestützte Sitze führte: dem ursprünglichen Sedile di Porta wurde der Sedile di Dominova gegenübergestellt. Das Ansehen der Adelssitze von Sorrent, vorerst auf das Umland beschränkt, konkurrierte während der spanischen Herrschaft mit der Hauptstadt Neapel.
Ein wichtiges historisches Ereignis in der Stadt war die tragische Eroberung durch die Türken im Juni 1558, bei der zahlreiche Plünderungen stattfanden und ein großer Anteil der Bevölkerung getötet oder als Sklaven nach Konstantinopel deportiert wurde. Die türkische Eroberung führte dazu, dass die Stadtmauer erneuert und 1561 fertiggestellt wurde.
Die Verteidigung der Landbevölkerung (Casali) und der angrenzenden Dörfer gegen die Übergriffe der sorrentinischen Patrizier bis zur Erreichung der Unabhängigkeit zieht sich über lange Zeit durch die Geschichte. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich die Revolte des Genuesen Giovanni Grillo (1648). Er machte sich langjährige Auseinandersetzungen mit dem lokalen Adel zunutze und erreichte eine Vereinigung der Bauern des Piano mit den Bauern aus Sorrent zu einer erfolglosen Belagerung, die vierzehn Monate andauerte.
Im Zeitalter der Konterreform verfiel das künstlerische und gesellschaftliche Leben der Stadt der Patrizier in einen langweiligen Archaismus: Es entstanden verschiedene Akademien, die sich in unzählige Klosterorden aufteilten und somit Sorrent einen unverkennbar klösterlichen Stempel aufdrückten. Die "bürgerliche" Entwicklung im Piano und in anderen umliegenden Dörfern begünstigte jedoch seinen wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg.
Zu Beginn der bourbonischen Herrschaft verstärkte sich die marine Aktivität und der Thunfischfang, der bis Anfang des 20. Jahrhunderts blühte. Mit der Rückkehr der Bourbonen nach der tragischen Revolution 1799 wurden die Adelssitze abgeschafft, und der Piano erlangte 1808 und Meta 1819 seine Autonomie.
Nach der Einheit wurde auch S. Agnello autonom (1865), während Sorrent einer "Gebäudesanierung" unterzogen wurde, wodurch sich das gesamte Stadtbild änderte.
Im frühen 20. Jahrhundert verdrängte das Handwerk der Holzschnitzerei schrittweise das ältere Handwerk der Seidenweberei (17. Jahrhundert). Auch die Landwirtschaft entwickelte sich zu diesem Zeitpunkt und erhielt Anfang des 20. Jahrhunderts die Merkmale einer professionellen industriellen und kommerziellen Branche. Dabei wurden Zitrusfrüchte angebaut, Produkte aus der Tierzucht verarbeitet und exportiert, was schließlich dazu führte, dass sich die Landwirtschaftliche Fakultät in Sorrent etablierte.
In jüngerer Zeit lässt sich das teilweise sehr intensive (Sechzigerjahre) Voranschreiten des Tourismus beobachten, der sich innerhalb kurzer Zeit zum Wirtschaftsfaktor Nummer eins der Stadt entwickelt hat.


Einige topografische Anmerkungen
Die grundlegende topografische Eigenschaft der Stadt Sorrent ist seine Lage auf einem Vulkanfelsgestein an steilen Abhängen. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb sich die ersten Siedler hier niederließen. Das Meer im Norden und die tiefen Schluchten an den anderen Seiten haben dazu geführt, dass die Stadt lange Zeit natürlich begrenzt war (siehe Karten des 18. Jhdt. von Pacichelli, Coronelli und Parrino).
Dies bedeutet, dass das antike Zentrum griechisch-oskischen Ursprungs in etwa in den Grenzen der Stadtmauern des 16. Jahrhunderts gelegen haben muss, die noch heute größtenteils erhalten ist.
Diese Behauptung ist einerseits durch das Vorhandensein eines antiken (vorrömischen) Stadttors, einige Meter unterhalb der modernen Porta di Parsano Nuova, und durch die isodomischen Bestandteile der Stadtmauer griechischen Ursprungs in der Gegend "Sopra le Mura", und andererseits durch den regelmäßigen Straßenverlauf (das heißt, eine regelmäßige Anordnung von Straßen mit unebenen Grundstücken), der noch heute trotz der weitläufigen baulichen Veränderungen erkennbar ist, dokumentiert.
Die Stadt wird durch eine Reihe von Längs- und Querstraßen, die zirka drei Meter breit sind (Parallelstraßen und Gassen nach der römischen Diktion und ursprünglich acht an der Zahl, laut der archäologischen Befunde durch Mingazzi und Pfister), in rechteckige Inseln unterteilt, die jede ungefähr sechzig mal fünfzig Meter groß sind. Die Blöcke entsprechen den ursprünglichen Inseln (Insulae), die als harmonische und funktionale Manufaktur konzipiert wurden, wobei große Grünflächen vorgesehen wurden, die der Enge und der spärlichen Lichtsituation in der Antike entgegenwirken sollten.
Derartige Merkmale und Modelle sind trotz der vorgenommenen Änderungen, Begradigungen und des klösterlichen Stadtbilds größtenteils bis 1860-70 erhalten geblieben.
Tatsächlich hat der Bau der neuen Straße (der heutigen SS 145), die um Scutolo führt und den historischen Maultierpfad Seiano-Meta 1840 ersetzt, 1866 mit dem Bau der Via Duomo (heute Corso Italia) und der Via De Maio nach Marina Piccola den Anstoß einer tief greifenden Änderung und Umstrukturierung des alten Plans gegeben (siehe Karte von Cangiano aus dem Jahre 1855, die einzige städteplanerische Beschreibung der Stadt vor den Änderungen des 19. Jahrhundert). Die Via Duomo bildete die Fortsetzung der Bundesstraße in das Stadtzentrum, das abgerissen wurde und einen Urbanisierungsprozess sowie die folgende Auslöschung der Grünflächen und Gärten des Zentrums zur Folge hatte, die deutlich durch die urbane Struktur geprägt wiederhergestellt wurden.
Heute scheint sich die Stadt um diese Straße herum entwickelt zu haben und verliert daher einen Großteil des Bilds eines "kompakten und geschlossenen urbanen Aggregats", das durch die Insulae ins Gleichgewicht gebracht wird.
Vergleichbar ist der weniger strenge Eingriff in die Straße nach Marina Piccola, die die anstrengende antike Stufenreihe ersetzt, die an die phönizische Treppe auf Capri erinnert.
Diese ersten wichtigen Eingriffe waren der Anstoß zur intensiven Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg vor dem Hintergrund der touristischen Maßnahmen. Von 1960 bis heute hat Sorrent insbesondere in Richtung der Hügelkette mit der Ausdehnung der Via degli Aranci und dem Bau der Häuserkomplexe eine enorme Ausdehnung erfahren.



Via della Pietà
Dem Straßenverlauf des antiken „Dekumanum“, einer Süd-Nord durch das alte hellenistisch-römische Viertel (mit seinem regelmäßigen Straßenverlauf auch „Ippodameo“ genannt) führenden römischen Lagerstraße folgend, windet sich die Via della Pietà durch Sorrent. Auch wenn diese Straße im Vergleich zum später gebauten, viel breiteren Corso Italia fast wie eine Gasse anmutet, sind auf ihr doch bedeutende Bauwerke, wie etwa der Palazzo Veniero, der Palazzo Correale und die Loggia di Vico Galantario zu sehen.
Der Palazzo Veniero stellt mit der Entwicklung des Dekorationsmusters „gelber Tuffstein - grauer Tuffstein“, das sich harmonisch in sein Gesamtbild fügt, trotz einer gewissen Baufälligkeit und den Veränderungen, die an ihm vorgenommen wurden, ein Musterbeispiel für den spätbyzantinischen und arabischen Baustil dar. Das Gebäude geht auf das 13. Jahrhundert zurück, eine Epoche, in der solche Stilelemente eine weite Verbreitung in der religiösen und zivilen Architektur Süditaliens fanden, wie auch das Portal der Kirche San Antonino bezeugt. Die Fassade, die teils vom Mauerwerk der Fenster unterbrochen wird, erweist sich mit ihren bogenförmigen Öffnungen für jedes Stockwerk, die von breiten Schichten gelben und grauen Tuffsteins voneinander getrennt sind und mit ihren runden Kassetten, in deren Mitte sich prächtige, mit Majolika verzierte Opferschalen befinden, als dekoratives Element, das sich auf einzigartige Weise in das Ensemble fügt und von einer erstaunlichen Stetigkeit der Komposition zeugt.
Der nahe gelegene Palazzo Correale aus dem 14. Jahrhundert weist einen vollständig anderen Charakter auf, denn hier wurde - ganz gemäß der Tradition der katalanischen Baukunst - das Schwergewicht mehr auf das architektonische und bildhauerische Detail gelegt, als auf die Harmonie des Ganzen. Die Fassade verbindet doppelbögige Fenster verschiedener Form und verschiedenen Stils, die in ähnlicher Form auch in anderen Stadtteilen anzutreffen sind (wie etwa bei den Doppelbogenfenstern von S. Maria delle Grazie). Drei von ihnen sind bis heute intakt geblieben: zwei mit Spitzbogen, in deren Mitte das Wappen der Familie Correale prangt, die dritte, in „Form einer Nuss“, unterscheidet sich gänzlich von den anderen und ist stark vom Flamboyantstil beeinflusst. Das Portal (ein architektonisches Element, das immer wieder in der Stadt zu finden ist) kann aufgrund seines, in eine rechteckige Umfassung eingefügten Bogens, als „kronenförmig“ bezeichnet werden. Der Palast war noch 1567 im Besitz der Adelsfamilie Correale, wurde aber 1610 vom Abt De Persio erworben, um darin ein Waisenheim, das S. Maria della Pietà unterstand, unterzubringen. Die kleine, angeschlossene Kirche ist im Barockstil erbaut und verfügt nur über ein Hauptschiff.
Die Loggia von Vico Galantario und das kleine Gebäude, zu dem sie gehört, sind ein seltenes Beispiel aragonesischer Architektur, die stark von den toskanischen Meistern, welche in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Neapel tätig waren, beeinflusst ist.

Kathedrale von Sorrent - Via Corso Italia
Vor dem 11. Jahrhundert war S. Renato, die sich außerhalb der Stadtmauern befand (ganz in der Nähe des heutigen Friedhofes, wo man heute noch einige Reste sehen kann) und zu einer Abtei gehörte, die wichtigste Kirche der Stadt. Im Jahre 1821, als dieser Gebäudekomplex aufgrund des Verbotes religiöser Orden bereits dem Verfall preisgegeben war, wurden die Reliquien in die heutige Kathedrale verbracht.
Der romanische Dom geht auf das Ende des 15. Jahrhunderts zurück und wurde seit dem 16. Jahrhundert immer wieder Restaurierungen und Umgestaltungen unterworfen, die in der kompletten Neugestaltung der Fassade im Jahre 1924 kulminierten. In der Vergangenheit war das Haupttor der Kirche das Renaissanceportal (1474), das heute auf den Corso Italia hinausgeht.
Die sehr reich gestaltete Kirche beherbergt, unter anderem, Gemälde von Oronzo und Nicola Malinconico, von Giacomo del Po’ und anderen Künstlern der neapolitanischen Schule des 18. Jahrhunderts, einen Bischofsthron aus erlesenem Marmor (1573), eine marmorne Kanzel aus derselben Epoche sowie ein hölzernes Chorgestühl und eine Orgel aus dem 20. Jahrhundert, beides Originalanfertigungen sorrentinischer Kunsthandwerker. Aus kunsthistorischer Sicht bedeutender sind schließlich die Chorschranken, die Ambos und die Basreliefs, die man heute im Museo Correale von Sorrent, im Museo Barocco in Rom und im Metropolitan Museum von New York sehen kann, alles Stücke, welche die Bedeutung der Diözese Sorrent im Mittelalter unterstreichen.


Kirche Servi di Maria - Via Sersale
Die Kirche wurde über dem Fundament der alten Kapelle von S. Barnaba gebaut, welche Erzbischof Filippo Anastasio im Jahre 1722 der 1717 gegründeten Kongregation „Knechte Mariens“ stiftete, deren Hauptanliegen es war, die jungen sorrentinischen Adelssprösslinge in Dinge des Glaubens einzuführen und sie in den religiösen Praktiken zu unterweisen. Die Erweiterungsarbeiten an der Kirche, deren Kosten Antonino Sersale übernahm, wurden 1772 vollendet.
Diese Barockkirche besteht nur aus einem Hauptschiff, zu dem man über eine zweiflügelige, marmorne Treppe, welche noch aus der alten Kapelle stammt, gelangt. In einer Nische auf der rechten Seite befindet sich eine wichtige Holzstatue des toten Christus von einem unbekannten Künstler. Diese Statue wird in der Karfreitagsprozession von ganz in Schwarz gekleideten und in Kapuzen gehüllten Ordensmitgliedern durch die Straßen der Stadt geführt, gefolgt von einem Bildnis der Jungfrau Maria und einem Chor, der das Bußgebet Miserere singt.
Von großem Interesse sind auch die Gemälde von Carlo Amalfi, die kleinen Holzskulpturen mit einzigartigen Hirtendarstellungen von Maria und Josef aus dem 15. Jahrhundert, zwei Bilder von Francesco de Santis, ein Fresko von De Mura und einige Stuckstatuen von Vaccaro, welche ursprünglich der Kirche San Catello, dem alten Sitz der Kongregation, die 1868 dem Bau des Corso Italia zum Opfer fiel, gehörten.


Sedil Dominova - Piazzetta Sedil Dominova, Via San Cesareo
Im 16. Jahrhundert wurde Sorrent von zwei Verwaltungseinrichtungen, die „Sedile“ genannt wurden, verwaltet.
Es handelte sich bei diesen „Sedilen“ um “viereckige Gebäude mit breiten Seiteneingängen, in denen sich die Adeligen zu ihrem Amüsement zusammenfanden und wo ihre Gesandten die öffentlichen Geschäfte diskutierten.
Das Sedil Dominova ist das einzige in Kampanien noch erhaltene Zeugnis dieser alten Adelssedile. Es ist ein Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, dessen Gründung und Name auf die Initiative von einigen Angehörigen des Hochadels rund um den noch älteren Sedile di Porta, welche sich in der Südwestecke der Via S. Cesareo befand und von dem heute nur wenige Überreste zu sehen sind, zurückgehen.
Es besteht aus zwei Arkaden in Vulkanstein, welche den Blick auf das Interieur der Kuppel und die Wände mit ihren Freskos, die architektonische Details in perspektivischer Darstellung (18. Jahrhundert) zeigen, lenken. Hier ist eine mangelnde stilistische Kontinuität der Bestandteile des Ensembles ganz klar zu erkennen. Die Bündelpfeiler und -bogen mit ihren Kapitellen stellen eine Nachahmung des altertümlichen Stils dar und weisen keinerlei formalen Zusammenhang mit der klassischen Mauerkrone auf.
Die Kuppel des Gebäudes (17. Jahrhundert) besteht aus gelben und grünen Flachziegelmajolika, wie sie auch in den Kuppeln so vieler Kirchen in Sorrent so häufig anzutreffen sind.
Im kleinen Saal befanden sich früher Sammlungen alter Marmorinschriften, die nach und nach ins Museo Correale gebracht wurden.
In diesem Museum kann man auch ein Gemälde von Duclére sehen, auf dem der malerische Platz vor dem Sedil Dominava dargestellt ist, in dessen Mitte sich ein pfeilerförmiger Brunnen befand. Diesen Brunnen gibt es heute nicht mehr, aber er lebt im Namen „Schizzariello“ fort, mit dem die Piazza del Sedile von den Einheimischen heute noch bezeichnet wird.


Kirche Addolorata - Via San Cesareo
Vier Jahre nach der Gründung der Adelskongregation der heiligen Jungfrau der sieben Schmerzen (1728) veranlassten die Adeligen Sorrents, Mitglieder der Sedile Porta und Dominava, den Bau einer neuen Kirche auf der wichtigsten Straße der Stadt, Via S. Cesareo, welche 1739 vollendet und der Jungfrau Maria Schmerzen geweiht wurde.
Das Innere der Kirche weist einen zentralen Grundriss auf und verfügt statt über eine Kuppel über eine ellipsenförmige Schüsseldecke und vier Tonnengewölbe.. Die Wände sind mit barocken Stuckarbeiten verziert, der Fußboden besteht aus roten Ziegeln mit typischen Majolikamustern des neapolitanischen 18. Jahrhunderts. In den zwei Seitenkapellen befinden sich zwei Gemälde von Carlo Amalfi aus dem Jahre 1769, welche die Heilige Familie und die Heilige Dreifaltigkeit in Gloriam darstellen, sowie zwei einzelne Altäre aus dem Tuffstein der Region. Die Kombination von Tuffstein und den auf ihnen früher angebrachten Gemälden hatte diesen Altären einst ein marmornes Aussehen verliehen, was durch die heutige getrennte Ausstellung nicht mehr der Fall ist. Auf dem Hauptaltar aus polychromem Marmor befindet sich eine Holzstatue aus dem 18. Jahrhundert, welche die Heilige Jungfrau der Schmerzen zeigt. Auch die ebenfalls aus Tuffstein bestehende Fassade bewahrt die eleganten Linien und Formen des Barock des 18. Jahrhunderts.


Kirche Annunziata
Der Ursprung dieser Kirche liegt vor dem Jahre 1341. Sie steht dort, wo sich einst ein antiker, der Göttin Cybele geweihter Tempel befunden hatte, was durch den Fund eines heute im Museo Correale ausgestellten Opfersteines, der eine Inschrift mit ihrem Namen trägt, belegt ist.
Der Tradition folgend wurde diese Kirche von der Adelsfamilie Sersale 1133 erbaut und der Verkündigung der Jungfrau Maria geweiht. Nach den im Jahre 1411 erfolgten ersten Erweiterungsarbeiten und nach den starken Beschädigungen durch das Erdbeben von 1695 wurden weitere einschneidende architektonische Veränderungen an ihr vorgenommen (1714).
Im Jahre 1768 ließ A. Sersale, Kardinal von Neapel, auf eigene Kosten die strenge Tuffsteinfassade mit Säulenvorbau errichten und das Familienwappen in der Mitte des Eingangsbogens anbringen.
Die Kirche verfügt nur über ein barockes Hauptschiff. Die Wände sind mit polychromem Marmor, Mosaiken und Stuckwerk verkleidet. Die sechs Seitenaltäre gehörten verschiedenen Adelsfamilien aus Sorrent, die auch ein Recht darauf beanspruchten, hier begraben zu werden. Die Decke ist vollständig bemalt und in ihrer Mitte befindet sich ein großes Gemälde von F. Andreoli aus dem Jahre 1700. Unter diesen Gemälden sind, unter anderem, das Bild der Kreuzabnahme Christi und jenes der Verkündigung des sorrentinischen Malers P. di Maio erwähnenswert.


Kirche SS. Felice e Bacolo - Via Tasso
Gemeinhin bekannt als „Kirche des Heiligen Rosenkranzes“, wurde sie wahrscheinlich zur Zeit von Konstantin dem Großen (610) über den Resten eines „Paritheon“ genannten heidnischen Tempels errichtet und fungierte zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert als Kathedrale.
Die Kirche war zunächst dem heiligen Felice, dem Bischof von Nola und in weiterer Folge auch dem heiligen Bacolo geweiht, und zwar als nach den wiederholten Erscheinungen von Geistern und Dämonen, welche die Einwohner von Sorrent in Angst und Schrecken versetzten, diese die Überreste des Heiligen, die bis dahin in der Stadtmauer ihre Ruhestätte gefunden hatten, in die Kirche überstellten, damit sie ihnen als Schutze dienten. 1651 wurde die Kirche Sitz der Kongregation der Seelen des Fegefeuers, deren Mitglieder traditionsgemäß aus Vertretern jener Adelsfamilien bestehen mussten, die auch dem Sedil Dominova angehörten. Im Jahre 1834 zählte diese Kongregation nur mehr ganz wenige Mitglieder und so wurden die Eigentumsrechte an die Bruderschaft des heiligen Rosenkranz übertragen, deren Sitz sich bis dahin in der Kirche San Vicenzo befunden hatte. Bei der Übersiedelung nahmen die Ordensbrüder den heutigen Hauptaltar, die Holzstatue der Rosenkranzjungfrau, die Orgel, wertvollen Marmor und alles, was sich nur irgendwie transportieren ließ, mit.
Die Kirche besteht aus einem einzigen Schiff und verfügt über eine sehr breite Apsis sowie zwei Seitenaltäre, von denen einer im 18. Jahrhundert der Adelsfamilie Donnorso überlassen worden war. Die Decke ist vollständig bemalt und stellt die heilige Dreifaltigkeit dar.


Kirche und Kloster S. Paolo - Via Tasso
Die Kirche ist an das alte Kloster der Benediktinerschwestern des heiligen Paulus angeschlossen, das zumindest auf das 9. Jahrhundert zurückgeht.
Dieser Klosterkomplex, der im Jahre 1588 von den Türken geplündert worden war, wurde im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen Umstrukturierungen unterzogen, während nach dem Erdbeben von 1731 tief greifende Restaurierungen vorgenommen wurden, welche dem Bauwerk jene Aura der für das 18. Jahrhundert typischen Architektur verleiht, die sich besonders stark im Klaustrum, in den noch erhaltenen kleinen Loggias der Zellen, im Besuchszimmer und in der Struktur der Kirche selbst manifestiert.
In der unvollendet gebliebenen Fassade der Kirche wird eine architektonische Nutzung der Mauersäule sichtbar, die in seiner Überarbeitung und Evozierung von Motiven Michelangelos einmalig ist.
Die Kirche besteht aus einem Hauptschiff mit Tonnengewölben und Lünetten und ist mit Dekorationen, Stuck, Gemälden aus dem 18. Jahrhundert und einem Majolikafußboden auf Backsteingrund reich verziert.
Erwähnenswert sind auch noch der kleine Aussichtsturm und die mit Majolika versehene Kuppel, die gewisse Ähnlichkeiten mit der Kuppel der Kirche S. Marcellino in Neapel aufweist.


Basilika S. Antonino - Piazza S.Antonino
Der Ursprung dieser Basilika geht allem Anschein nach auf das 11. Jahrhundert zurück, auch wenn bereits im 9. Jahrhundert an diesem Platz ein dem heiligen Antoninus geweihtes Oratorium stand. Im Jahre 1378 wurde bei der Kirche die Ordensbruderschaft der „Battenti“ gegründet, und im Jahre 1608 schließlich erfolgte die Überlassung des Gotteshauses an die Ordensväter Teatini. Diese restaurierten die Basilika gemäß den Vorschriften der Gegenreformation. Weiters errichteten sie die Fassade mit Säulenvorbau und Glockenturm in der heute sichtbaren Form vollständig neu und bauten auch das Gästehaus mit Garten und Zugangstreppe zum Meer, das heute als Gemeindehaus dient.
Die Kirche hat trotz der verschiedenen Modifikationen und Restaurierungen, die zwischen 1700 und 1800 vorgenommen wurden (z. B. die vollständige Ausschmückung mit Stuck während des 18. Jahrhunderts), ihren dreischiffigen basilikaren Grundriss des lateinischen Kreuzes beibehalten. Man kann hier auch einige Spolien sehen, wie etwa die Säulenschäfte, welche - ihrem besonders einheitlichen Stil nach zu schließen - wohl aus dem Säulengang einer der vielen altrömischen Villen, die man in der Gegend um Sorrent so häufig findet, stammen.
Erwähnenswert sind hier auch die zwei Gemälde von Giacomo del Po’, welche die Pest des Jahres 1656 und die Belagerung der Stadt durch die Bewohner von Piano und Massa, die unter dem Kommando des genuesischen Aufrührers Giovanni Grillo (1648) standen, darstellen, sowie das von einem unbekannten Maler stammende Deckengemälde, das den heiligen Antoninus bei einer Teufelaustreibung an der Tochter des Fürsten Sicardo zeigt.
Interessant sind auch die Krippe aus der Schule des Sammartino (18. Jahrhundert), bei dem es sich um ein Geschenk des sorrentinischen Künstlers Saltovar handelt, sowie das byzantinisch-romanische Südportal, das auf das 10. Jahrhundert zurückgeht. Flankiert wird es von zwei in antikem Gelb gehaltenen Marmorsäulen mit korinthischen Kapitellen, die als Träger eines Architravs fungieren, der aus den Resten eines Gesimses aus der selben Epoche besteht, und selbst eine Lünette stützt, in deren Mitte sich ein griechisches Kreuz befindet. Das Wechselspiel der Farben zwischen gelbem und grauem Tuffstein evozieren auf sehr suggestive Weise jene in vielen Monumenten Kampaniens und Süditaliens so häufig anzutreffende Intarsie, in der sich der arabisch-byzantinische Einfluss bemerkbar macht und von der man in Sorrent einige der ältesten Zeugnisse sehen kann. Diese und andere Tuffsteindekorationen, die nicht von der Straße aus sichtbar sind und auf der Südseite der Kirche angebracht sind, lassen uns ahnen, wie die ursprüngliche Fassade ausgesehen haben kann.


Kirche und Kloster S. Francesco - Via V.Veneto
Das Kloster neben dem Oratorium des heiligen Martin geht auf die erste Hälfte des 8. Jahrhunderts zurück. Bevor es im Jahre 1500 an die Franziskaner ging, war es das Glaubenshaus der Benediktinerschwestern und anschließend der Pater des Konvents.
Die Diskontinuität der architektonischen Formen, die in diesem Klaustrum augenfällig ist, lässt einige Rückschlüsse auf die Geschichte dieses Bauwerkes zu. Die auf zwei Seiten des Laubenganges befindlichen sehr einfachen und grobschlächtigen Kreuzbogen aus Tuff, die für den Stil des späten 14. Jahrhunderts so typisch sind, wurden auf den zwei anderen Seiten von Rundbogen auf achteckigen Pfeilern ersetzt. Auf deren Kapitellen wurden die Wappen der Familien Sersale und Nobilione angebracht, die wohl einiges zum Bestand des Klosters beigetragen haben. Es sind auch einige Spolienelemente aus heidnischen Tempeln zu sehen, wie etwa drei Ecksäulen, die aber gut und funktionell ins Ensemble integriert wurden.
Neben dem Konvent befindet sich die Kirche des Heiligen Franziskus. Sie geht auf das Jahr 1500 zurück, auch wenn sie Anfang des 18. Jahrhunderts nach den verheerenden Schäden des Erdbebens von 1688 vollständig wiederaufgebaut werden musste.
Die heutige, in weißem Marmor gehaltene Fassade wurde 1926, anlässlich der Feierlichkeiten zum siebenhundertjährigen Jahrestag des Todes des heiligen Franziskus, gebaut.
Beim Betreten der Kirche kann man in der ersten der drei rechts befindlichen Kapellen die Holzstatue des heiligen Franziskus mit dem gekreuzigten Christus sehen, die ein Geschenk der Familie Vulcano an die Kirche darstellt (Mitte des 17. Jahrhunderts). In der ersten der drei Kapellen auf der linken Seite befindet sich hingegen noch ein letztes Überbleibsel einer Säule aus Tuffstein, welche Teil der ursprünglichen Kirche war. Wesentlich auffälliger und bedeutender sind jedoch jene architektonische Funde aus Tuffstein aus dem 14. Jahrhundert, die durch die jüngst erfolgten Restaurierungsarbeiten in einem neben der Kirche gelegenem Saal zutage gefördert wurden: ein Bogen, der von Säulen getragen wird, die auf mit Blumenmustern reich verzierten Kapitellen zulaufen.


Kirche und Kloster S. Maria delle Grazie - Via S.M. delle Grazie
Diese Kirche ließ die adelige Sorrentinerin Bernardina Donnorso im Jahre 1566 zusammen mit dem daran angeschlossenen Dominikanerkloster errichten.
Eine von einem Bogen überragte Vorhalle dient als Eingang um Gotteshaus. Der obere Bereich des Eingangsportals ist mit einem toskanisch anmutenden Basrelief verziert. Das Chorgestühl der Ordensschwestern im Inneren ist ein Werk aus dem 17. Jahrhundert. Aus der selben Zeit stammen auch die Emporen und die Holzjalousien, die sich im Kirchenschiff befinden.
Es handelt sich um eine einschiffige barocke Kirche, welche vollständig mit polychromen gemeißeltem oder eingelegtem Marmor verkleidet ist. Über dem Altar befindet sich ein großes Tafelbild von Silvestro Buono Iuniore aus dem Jahre 1582, welches die Jungfrau der Grazien mit Engeln sowie den heiligen Johannes den Täufer und den heiligen Dominikus zeigt: die Heiligen stellen der Jungfrau Maria die Klostergründerin vor. Entlang des Kirchenschiffes befinden sich vier kleine Altäre im gleichen Stil.
Beachtenswert ist auch der Majolika-Fußboden, vor allem jener der Apsis, der mit Blumenmustern auf weißem, verglastem Email reich verziert ist. Das Kloster besitzt auch eine reiche Sammlung an liturgischen Gewändern, die von den Klosterschwestern selbst in Handarbeit hergestellt wurden.


Die Cisternoni von Spasiano - Corso Italia
Der Name dieser großen hydraulischen Anlagen, die bereits in römischer Zeit gemeinsam mit dem Aquädukt, der sie speist und “Formiello” genannt wird, gebaut wurden, geht auf jene Adelsherren zurück, die im 17. Jahrhundert Besitzer dieser Zisternen waren. Das oben erwähnte Aquädukt nahm bei Piano di Sorrento seinen Ausgang und erreichte eine Länge von ca. 5 Meilen.
Die Cisternoni von Spasiano sind aufgrund ihrer Größe und Bedeutung ein wichtiges Zeugnis der Entwicklungsstufe, die Sorrent zur Zeit des Kaisers Augustus erreicht hatte, als viele Ländereien der sorrentinischen Halbinsel seinen treuen Gefolgsleuten zugewiesen wurden und so an der Küste zahlreiche weitläufige Herrenhäuser entstanden.
Heute sind noch zwei Cisternoni erhalten: die erste, neunschiffige Wasserzisterne steht noch immer zur Bewässerung von Marina Grande und Marina Piccola in Verwendung. Die andere, zehnschiffige Anlage ist leider vollkommen verwahrlost.
Diese großen Wasserzisternen, bei denen es sich um parallelogrammförmige Ziegelbauten mit Tonnengewölbe handelt, die in ihrem Inneren mit hartem Mörtel verkleidet sind und über gewaltige Aufnahmekapazität verfügen, wurden wahrscheinlich unter Antonino Pio erneuert: diese Vermutung wurde aus dem Fund einer Inschrift auf einer bleiernen Wasserpfeife, die heute im Museo Correale aufbewahrt wird, geschlossen.


Kirche Carmine - Piazza Tasso
Die Seitenkapelle der Kirche beherbergt das Gemälde eines unbekannten Künstlers aus dem Jahre 1600 mit der Darstellung des Martyriums von dreizehn sorrentinischen Christen und erinnert damit an die Entstehung dieses Gotteshauses zwischen 230-240 nach Christus, als es in Sorrent noch zu Christenverfolgungen kam.
Neben dieser Kapelle wurde gegen 1572 auf Betreiben der Karmeliter eine größere Kirche mit Glockenturm errichtet, welche der Madonna del Carmelo geweiht ist; der anliegende Palast wurde zu einem Mönchskonvent umgestaltet.
Diese aus nur einem Schiff bestehende Barockkirche wartet in ihrem Inneren mit interessanten Stuckarbeiten aus dem späten 18. Jahrhundert auf. In der Apsis - entlang der Wände der Kirche und unter der Decke - befinden sich eine Reihe von Gemälden von Meistern der neapolitanischen Schule des 18. Jahrhunderts, wie Avellino und Cingeri.
Im Verlauf der jüngst an den Pfeilern des Mittelbogens der Fassade durchgeführten Restaurierungsarbeiten wurden einige römische Säulen zutage gefördert.


Porta Marina Grande
Die Porta Marina Grande war vermutlich bis zum 15. Jahrhundert der einzige Zugang zur Stadt von der Meerseite (Nordwesten) aus.
Trotz der Erneuerungen und der Modifikationen, die an ihr vorgenommen wurden, bewahrte die Porta die Struktur der antiken griechischen Pforte d. h. die „isodomisch“ genannte Anlage von regelmäßigen, annähernd rechteckigen Steinblöcken verschiedener Länge in waagerechten Reihen, die perfekt ineinander passen und die in den Ecken in einem alternierenden System angebracht sind. Es sind auch noch Teile jener Mauern zu sehen, welche die Straße, die von auswärts zur Porta führte, flankierten.
Mit dem Bauwerk verbindet sich auch das Gedenken an den Türkeneinfall vom 13. Juni 1558, die der Legende zufolge durch die zuvor von einem Sklaven der Familie Correale geöffnete Porta in die Stadt eindrangen und diese plünderten.


Die alten Stadtmauern - Largo Parsano, Via degli Aranci
Vom alten griechischen Befestigungsgürtel ist das durch ein Eisengitter sichtbare Mauerwerk unter der Fahrbahn der Porta Parsano Nuova noch heute erhalten. Die Reste der südlichen Pforte des antik-hellenistischen Sorrent wurden 1921 ausgegraben und irrtümlich (aufgrund des Fundes eines Gedenksteines) der Zeit der Kolonie des Augustus zugeschrieben (während in Wirklichkeit in römischer Epoche die alten griechischen Mauern weiter fortbestanden). Außer der Porta della Marina Grande gibt es noch ein - allerdings viel kleineres - Überbleibsel der antiken griechischen Mauer: es handelt sich um jenen kleinen Abschnitt (wenig mehr als 3 Meter Höhe und Breite) der einstigen Westflanke, der 1933 bei Via Sopra le Mura ausgegraben wurde.
Die alte römische Stadt überschnitt sich dann mit der einstigen griechische Siedlung, behielt aber deren Grundriss und selbst den alten Umfassungswall mit den dicken isodomischen Steinblöcken bei. Dieser steinerne Verteidigungswall hielt auch während des Mittelalters verschiedenen Anstürmen und Belagerungen stand.
Im Jahre 1551 war die alte Stadtmauer durch die zwischen den Anjou und den Aragonesen ausgefochtenen Kriegen so irreparabel in Mitleidenschaft geraten, dass mit deren Neubau begonnen wurde, welcher erst 1561 abgeschlossen werden konnte, nachdem erst der tragische Einfall der Türken vom 13. Juni 1558 die Sorrentiner davon überzeugt hatte, dass es wichtig war, die Arbeiten schneller voranzutreiben.
Diese in der Epoche des Vizekönigreichs Neapel errichteten Stadtmauern bestehen aus Reihen fast regelmäßigen Tuffsteins, der vor dem Verputz mittels eines Gurtgesimses getrennt wurde, welcher sich horizontal der gesamten Länge des Walls nach erstreckt. Im Prinzip wurde der Verlauf des alten griechisch-römischen Verteidigungswalls beibehalten; nur in einzelnen Abschnitten kam es zu kleinen Abweichungen.
Vor den kürzlich vorgenommenen Veränderungen umgaben diese Mauern die Stadt in allen ihren Punkten, und die einzigen Durchgänge und Pforten befanden sich auf Höhe der wichtigsten alten Durchzugsstraße, des „Dekumanum“, bei der höchsten Mauerstelle sowie bei den Wegen, die zu den zwei Häfen führen. Es handelt es sich dabei um das einzige gut erhaltene Beispiel für eine Stadtmauer aus der Zeit des Vizekönigreichs Neapel in ganz Süditalien. Der längste, noch erhaltene Abschnitt befindet sich auf der Südseite und verläuft von der Strada di Marina Grande nach Porta Parsano und von dort zu den Resten der Bastion von Piano, die sich am Ende der einstigen Ostmauer befand, welche allerdings aufgrund der Vergrößerung der Piazza Tasso im Jahre 1866 vollständig zerstört wurde. Ein anderer Mauerteil mit zwei kleinen Bastionen von ca. 100 Meter Länge befindet sich unter der Via Sopra le Mura, auf einem Felsvorsprung über dem westlich gelegenen Tal und Marina Grande.


Casa di Cornelia Tasso - Via S.Nicola
Dieses Haus, das einst der Adelsfamilie Sersale gehörte und sich in der heutigen Via S. Nicola befindet, wurde nach ihrer Hochzeit mit Marzio Sersale (1558) der Wohnsitz Cornelias, der Schwester Tassos. Im Jahre 1577 lebte auch der Dichter in diesem Haus.
Links neben dem Palast wurde eine dem heiligen Nicola von Bari (der auch der Straße ihren Namen gab) geweihte Familienkapelle errichtet.
Das Haus ist aufgrund seiner Balkone, in die apulische und sizilianische Motive gemeißelt sind, bemerkenswert. Über dem Eingangsportal befindet sich das Wappen der Familie Sersale.


Museum Correale von Terranova
Dieses Museum wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von der Familie Correale gegründet. Es beinhaltet eine interessante archäologische Sammlung von griechisch-römischem und mittelalterlichem Marmor (im Besitz der Gemeinde Sorrent), neapolitanische und europäische Möbelstücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Porzellan aus Capodimonte, Sèvres, Sachsen und China, böhmisches Kristall, venezianisches Glas und Bronzen. An den Wänden befinden sich wunderbare Gemälde der Schule von Posillipo, unter ihnen Werke von Gigante und Duclére, sowie Bilder von Cavallino, Spadaro, Salvator Rosa und A.Vaccaro. Bemerkenswert ist auch die Intarsiensammlung von Saltovar.


Kapelle S. Maria dei Soccorso - Porto di Sorrento
Das ursprüngliche Aussehen von Marina Piccola, einem einstigen Fischerdorf, hat nach dem Bau der Via De Maio im Jahre 1866 fundamentale Änderungen erfahren. Von der alten Zufahrtsstraße sind bei den Stufen, die zur Küste führen und die an die phönizische Treppe von Capri erinnern, noch Spuren erhalten geblieben.
Als Zeugnis der alten Struktur des Ortes ist lediglich noch jene kleine Kapelle zu sehen, welche die Adelsfamilie Correale, der das gesamte Gebiet gehörte, errichten ließ. In dieser Kapelle wurde 1831 der Sitz einer Laienkongregation eingerichtet, die sich nach der Madonna del Soccorso und den Seelen des Fegefeuers benannte.
Ein künstlerisch wertvolles Detail ist auch das vom Priester Andrea Scarpato gemalte Bildnis der Madonna del Soccorso bei der Vertreibung eines Höllendrachen, der einen Jüngling bedrängt.
Ein wichtiges Fest für die Kapelle ist die Prozession der Madonna, die von einem eigens dafür geschmückten Boot aufs Meer hinaus gebracht wird und mit vielen Schiffen und Booten im Schlepptau die nah gelegenen Küstenstrände entlangfährt.